Das Shinji Chinkon Kishin No Ho

ist eine Methode, seinen Geist zu beruhigen und zu zentrieren (und sein Herz Gott zuzuwenden). Wir benutzen sie vor jedem Training. Was Shinji Chinkon Kishin No Ho ist und wie man es ausführt, hat Hikitsuchi Michio folgendermaßen beschrieben:

  1. Den Blick nach vorn gerichtet stehen, beide Füße schulterbreit auseinander. Nach  unten blicken, die Hände in „Gebetsform“ zusammengelegt, die Fingerspitzen zeigen nach unten. Tief durch Mund und Nase einatmen und sich dabei vorstellen, die Energie (Ki) der ganzen Erde einzuatmen. (Ausatmen).

    Tief einatmen und die Hände in gleicher Haltung nach oben führen, so dass die Fingerspitzen zum Himmel zeigen. Sich dabei vorstellen, die Energie des ganzen Universums einzuatmen, und das durch die Stirn hinein und das Rückgrat hinunter.

    Beides zweimal hintereinander.

  2. Shinkokyu: Nach dem Teil eins beendet ist und sich die Hände noch über dem Kopf befinden, rutscht die Handfläche der rechten Hand herunter, bis sich die Fingerspitzen in Höhe der ersten Fingerglieder der linken Hand befinden. Viermal wird daraufhin in die Hände geklatscht.

    Danach werden die Hände vor dem Zentrum übereinandergelegt, die linke über der rechten Hand. Die Daumenspitzen berühren sich wie in Zazen. Still und ruhig, mit geschlossenen Augen auf die Silben I-Ku-Mu-Su-Ri konzentrieren. Dabei ausatmen auf  -I-, einatmen auf -Ku-, ausatmen auf -Mu-, einatmen auf -Su-, ausatmen auf -Ri-, die Silbe -Ri- natürlich zu -I- werden lassen.

    Das ganze dreimal wiederholen und sich dabei vorstellen, dass sich der Atem beim Ausatmen ausbreitet und eins wird mit dem Universum. Beim Einatmen fließt der Atem aus dem Universum in dich hinein.

  3. Ame No Torifune: Nachdem wie unter Punkt 2 beschrieben, viermal geklatscht wurde, einen Schritt mit dem linken Fuß ins linke Hanmi machen und beide Arme nach vorne strecken. Die Fäuste umfassen dabei ein imaginäres Ruder. Mit dem Ki-Ai  -E-, beide Arme bis zum Hüftknochen zurückziehen, nicht weiter. Dann die Hände schnell vorwärts schleudern mit dem Ki-Ai -Ho-.

    Beim einziehen der Hände sich vorstellen, die ganze Erde zu greifen und in sein Zentrum hineinzuziehen. Beim Ausstrecken, fühlen, wie die ganze Erde vorwärts bewegt wird. Die Bewegungen sollen schnell ausgeführt werden.

  4. Furutama No Gyo: Wieder locker stehen, die Füße schulterbreit auseinander. Die Hände in der „Gebetshaltung“ über den Kopf heben und sie dann zum Nabel bringen, die linke Hand umgreift die rechte.

    Während die Hände nach unten gebracht werden, sich vorstellen, das Ki des Universums zu nehmen und zwischen den Händen zu einem Ball zu formen. Die Hände schnell schütteln, so dass der ganze Körper folgt und von dieser Energie (Ki)  erfüllt ist.

    Es wird durch den Bauch aufgenommen und fließt durch den Körper wie das Blut. Diese Übung wird mit geschlossenen Augen durchgeführt und versucht, sich einen weißen Kristall im Zentrum der Stirn vorzustellen. Sobald er richtig zu sehen ist, färbt er sich rot. Wiederhole den Namen des Sonnen-Kami (Gottheit) Amaterasu Okami immer und immer wieder.

  5. Wiederhole Übung 3 in der rechten Hanmi Position.

  6. Wiederhole Übung 4, diesmal den Kami-Namen Oharaido No Okami (Gottheit, die mit der „Reinigung“ der Erde beauftragt ist).

  7. Wiederhole Übung 3 aus dem linken Hanmi.

  8. Wiederhole Übung 4, diesmal den Kami-Namen Ame No Minaka Nushi No Okami wiederholen (Das ist der Name der Gottheit, dessen Kotodama das Universum hervorbrachte/Urknall). Der Name bedeutet „das erhabene göttliche Wesen, dass im Zentrum des Universums steht. O Sensei sagte, das sei der Su-Punkt (Kotodama-Laut) der Schöpfung.

    Eines der zentralen Ziele des Aikido ist, sich mit diesem Kami zu vereinigen. Das Kami ist reines Bewusstsein, reine Tat und reine Energie und hat keine Form. Im eigenen persönlichen Verhältnis ist es das spirituelle und physische Zentrum, was sich im Bereich unterhalb des Nabels befindet (Hara). „Das ist der goldene Kessel, wo das rote Blut kocht und wo die Kotodama-Spirale sich dreht. Du solltest immer dort zentriert sein während des Aikido-Trainings.“ (O Sensei)

  9. Wiederhole Übung 1 und klatsche in die Hände wie in Übung 2.

  10. Zusätzliche Übung: Schulterweiter Stand, die Daumen im Gürtel verhakt, sich auf die Fußballen stellen und dann auf die Sohlen fallen lassen. Es wird dann jedes Mal laut aus dem Hara (Bauch) heraus gerufen: Tarumusubi, Tama Tsume Musubi, Ikutama, Tarutama, Tarutomaritama und der eigene Name verbunden mit Tokotachi No Mikoto.

    Diese Übung ist dazu da, die Tatsache bewusst zu machen, dass jeder eins mit Gott ist und die Verantwortung trägt, aktiv an der Schöpfung teilzunehmen. Aikido ist: Kami Waza. Es ist das göttliche Training, was O sensei durch die Kami übermittelt wurde (Inspiration) und bezweckt, einen Zustand zu erreichen (Kannagara No Michi), in dem man sich in Einheit mit  Kami und in perfektem Einklang mit dem „Willen des Universums“ befindet.

    Kannagara ist das göttliche Blut des Universums, dass aus dem heiligen Herzen des Kosmos hervorsprudelt. Michi ist die biologische Verbindung zwischen dem einzelnen Menschen und dem Kosmos, einschließlich Kami.

    Die ersten Übungen (des Chinkon Kishin, shinkokyu, torifune, furutama und variationen) sind verbunden mit den drei fundamentalen Prinzipien des Aikido und verkörpern Dreieck, Kreis und Quadrat. In Übung 10 erhebt man sich auf Kami-Level. Sie aktiviert die Kräfte, die es erlauben, das Ziel zu erreichen. Diese Übung hat die Schüler O senseis zu seiner Zeit so verwirrt, dass er sie nur noch ausnahmsweise ausführte.

    Ich kenne nur zwei Shihon, die das heute noch lehren, obwohl es eine zentrale Stellung in dieser Übungsfolge (Chinkon kishin) einnimmt. Es sollte auch daran erinnert werden, dass das spezielle Wort Kami im Kotodama die Einheit von Feuer und Wasser bedeutet.

  11. Schulterweiter Stand: sich auf die Fußballen stellen, die Hände über dem Kopf umfassen, die Finger verschränkt, sich auf die Sohlen fallen lassen die Hände auf bauchnabelhöhe bringen dabei das Ki-Ai ausstoßen, dass das Kotodama „ooo“ (wie uuh) benutzt. Wenn die Hände den Punkt unterhalb des Nabels erreichen (Hara), zeigen die Ringfinger aufwärts und die Energie des letzten Teils des Ki-Ai sollte die Hände über den Kopf katapultieren (insgesamt hört sich der Ki-Ai wie uuuuuht“ an).

  12. Viermal klatschen wie in Übung 2.

  13. Die Hände verschränken, die linke Hand umfasst die rechte von oben auf der Höhe des Herzens. Sich einen Energieball vorstellen, der aus dem gesamten Ki der Übung (chinkon kishin) besteht. Die Hände kreisförmig bewegen, erst nach links, dann nach rechts, horizontal und vertikal, dabei die gesammelte Energie in alle Richtungen aussenden.

Original nach Hikitsuchi Michio, Übersetzung von Ward Rafferty, aus dem Englischen übertragen von Dirk Becker.