Anno Motomichi

ist der Dojo-cho (Leiter) des Kumano-Juku-Dojos im japanischen Shingu und damit das Oberhaupt der Aikido-Richtung, der wir uns verbunden fühlen.

Er wurde 1931 in der japanischen Präfektur Mie geboren, einer Gegend, die stark von Landwirtschaft geprägt war. Anno Sensei hat als Kind den Zweiten Weltkrieg erlebt, er war 14, als der Krieg endete.

In seiner Jugend probierte er verschiedene Kampfkünste aus und entdeckte schließlich Aikido für sich. 1954 begann er, im Kumano-Juku-Dojo in Shingu zu trainieren, das damals bereits von Hikitsuchi Michio geleitet wurde. Anno Sensei war da gerade 23 Jahre alt. Nach dem Krieg hatte Budo in Japan keinen guten Ruff. Im Kumano-Juku-Dojo wurden Schüler deshalb erst mit 25 Jahren aufgenommen; das war unter anderem eine Frage der charakterlichen Reife. Anno kannte jedoch Hikitsuchis Frau; durch deren Fürsprache durfte er bereits zwei Jahre früher mit dem Training beginnen. Dafür musste er seinem Lehrer Hikitsuchi das Versprechen geben, ihm immer zu folgen. Daran hielt sich Anno bis zur Hikitsuchis Tod.

In Shingu lernte Anno Sensei auch O Sensei Morihei Ueshiba kennen und trainierte mit ihm über 15 Jahre lang dort und bei anderen Gelegenheiten Aikido. Das Kumano-Juku-Dojo gehörte zu O Senseis Lieblingsdojos, er besuchte es mehr als 60mal bis zu seinem Tod im Jahr 1969. Im selben Jahr gründete Anno Sensei auch das Matsubara-Dojo in der Stadt Kumano.

Im Jahr 1978 bekam Motomichi Anno den 8. Dan im Aikido verliehen.

Nachdem Hikitsuchi Michio im Jahr 2004 starb, hat Anno Sensei die Führung des Kumano-Juku-Dojos übernommen.

Er reist viel und gibt trotz seines Alters noch immer Aikido-Lehrgänge in Europa und in den USA. Dabei betont er immer wieder, wie wichtig es für jeden Aikidoka ist, neben den eigentlichen Techniken auch den Geist und das Herz zu trainieren. Er legt wie O Sensei und Hikitsuchi Michio Sensei großen Wert auf den spirituelle Aspekt des Aikido.

Anno Sensei lebt heute als Landwirt und liebt die Natur sehr. Immer wieder erklärt er seinen Schülern, sie sollten „eins werden mit der Natur“.